Raven's Peak

Der Sturm bricht los

Zeit der Besinnung

Es ist so vieles Geschehen, die Ereignisse überschlugen sich und ich fand keine Ruhe, meine Aufzeichnungen zu machen. Erst jetzt, nachdem die erste Schlacht gewonnen wurde finde ich Zeit – als Gefangener der Templer. Welch ein Hohn, das Jene, deren Leben ich rettete mich nun als Malficar auf den Scheiterhaufen bringen wollen.
Ich greife jedoch den Ereignissen voraus, meine Wut grimmt in mir und es verlangt viel Disziplin, meinen Kerker und meine Kerkermeister nicht mit der Kraft meiner Magie zu zerschmettern. Ein Trost ist es, dass mein Freund Andrastian bei mir ist, er stand treu an meiner Seite und verleugnete was wir taten selbst dann nicht, als er selbst angeklagt wurde, seinen Glauben verraten zu haben. Er, der als einziger Gläubiger das Tuch Andrastes berühren konnte – das ist Irrsinn!

Wo habe ich meine Aufzeichnungen beendet? Richtig: wir gingen In die Tiefen Wege unter Orics Thaig, um nach dem Amboss der gefangenen Seelen zu suchen und ihn zu zerstören, hofften wir doch, so den Fluch zu brechen, den Bori Silverhammer über ihr Volk gebracht hatte.
Es war verstörend, wir mussten im Fate einen Dämon der Lust besiegen und uns mächtigen Untoten stellen, bevor wir den Amboss vernichten konnten. Fast hätten wir versagt, doch es gelang mir, mit einem Schwert, das Oric selbst auf dem Amboss geschmiedet hatte, diesen zu zerstören und so den mächtigen Zauber, der auf ihm lag, zu vernichten.

Es folgte eine wilde Flucht, da die Höhle über uns zusammenzubrechen drohte und wir schafften es knapp, uns und die überlebenden Kinder in Sicherheit zu bringen. Es blieb jedoch keine Zeit zu rasten, führte doch die Spur des Lyriums direkt nach Lothering.

Dort angekommen bot sich uns ein seltsames Bild: wir sahen Scheiterhaufen und Templer, die nicht aus Lothering, sondern vom Turm der Magi kamen und erfuhren nach wenigen Fragen, dass man nach einem Maleficar suchte und eine Abteilung der Templer unter dem Kommando von Ser Kendrick Malet geschickt worden war, den Schuldigen zu suchen und zu richten.
Wie nicht anders zu erwarten, war dieser verlogene Mörder schnell mit dem Feuer und so brannten in der ganzen Stadt Scheiterhaufen, um vermeintliche Maleficare zu töten.

Andrastian und ich schluckten all unseren Hass und meldeten uns bei Kendrick, wäre es doch nur auffallend gewesen, dies nicht zu tun. Wir erzählten vom Lyrium, ich erläuterte ihm meine Theorie vom Entstehen einer Blight, von den Ereignissen im Süden, von Tizian und dem Diebstahl von Andrastes Blut und davon, dass die Ereignisse in Lothering damit zusammenhängen mussten. Ich wies ihn darauf hin, dass die Kranken scheinbar an einer Lyriumvergiftung litten und dass wir einen älteren Mann suchten, der einen Akzent aus Tevinter haben musste.

Perlen vor die Säue, er verstand es nicht oder konnte nicht zugeben, keine Ahnung zu haben. Geblendet von seiner Arroganz und Ignoranz, geschützt durch seinen Rang, der idiotie scheinbar zur Normalität macht und Fehlbarkeit entschuldigt.

Zumindest erlaubte er uns, unabhängig von den Templern unsere Nachforschungen zu betreiben und ließ sich von Andrastian beruhigen, der ihm versicherte, ein Auge auf mein Handeln zu haben und dass es gottgefällig sei.

Wir fanden heraus, dass das Lyrium scheinbar am oder gar im Brunnen des Elfenviertels versteckt war und zogen los, um direkt zu schauen, was wir Seltsames dort finden konnten… wenn wir gewusst hätten was uns dort erwartete, hätten wir wohl die Templer um Unterstützung gebeten. Wir mussten uns einer leibhaftigen Brutmutter stellen und ihren “Kindern”, unzähligen Shrieks, die offenbar aus den verschwundenen und vermissten Elfen entstanden waren, von denen wir gehört hatten – die Brutmutter selbst schien eine Dienstbotin aus dem Wirtshaus zu sein, Nola, die seit etwa zwei Wochen nicht mehr gesehen worden war. Zwei Wochen und sie war zu einer solchen Monstrosität geworden, wie kann das sein, in so kurzer Zeit?!

Der Kampf war schrecklich und am Ende lag Gorim sterbend am Boden und es gelang mir mit letzter Kraft, ihn ins Leben zurückzuholen. Wir waren alle vollkommen zerschlagen, bluteten aus zahlreichen Wunden und waren erschöpft bis aufs Mark. Aus den Gängen, die in die Kammer der Mutter führten hörten wir jedoch das Kreischen der Shriek, es war also nicht vorbei.
Wir erforschten ein wenig dieses alte Kanalasitionssystem unter der Stadt und stießen auf eine Metalltür, die durch den Schlüssel, den ich bei Sarels Leiche gefunden hatte, geöffnet werden konnte.

Dort fand ich Aufzeichnungen, die meinen Verdacht bestätigten und aus meiner Theorie eine Tatsache machten. Der Maleficar in Lothering war ein Scherge Tizians und nannte sich selbst Tiberias. Er hatte ein Experiment durchgeführt und herausgefunden, dass mit dem Blut, das Hessarian gerettet hatte, der Prozess der Mutation beschleunigt werden konnte und er den Darkspawn, selbst die Brutmutter, kontrollieren konnte.

Als wir an die Oberfläche kamen, bot sich uns ein Anblick des Schreckens: Shrieks wüteten unter den wehrlosen Einwohnern, wir versuchten soviele wie möglich zu retten, nicht zuletzt Ullas Bruder Norman, der von der Familie zurückgelassen worden war. Wir näherten uns dem Platz vor der Chantry, als wir uns in all unserer Erschöpfung einer weiteren Herausforderung stellen mussten. Tiberias griff einen Templer an und meine alte Schülerin Aislin. Wir konnten den Maleficar gefangennehmen und übergaben ihn an Kendrick, in der Annahme, dass selbst er bei all diesen Beweisen, nicht das Falsche tun könnte. Wie dumm von mir, bei diesem Mann an seinen verstand oder seine Ehre zu appellieren. Als Ergebnis sitze ich nun mit Andrastian in einem Raum der Chantry festgesetzt. Würde nur mein Schicksal davon abhängen, so wäre es leicht zu entscheiden und ich wäre wohl nun bereits als Apostat auf der Flucht. Ich wartete jedoch.
Zum Glück, kann ich nun sagen, erschien doch am zweiten Tag ein Mann in unserer Zelle, den ich hier in Lothering nicht erwartet hätte. Ein Grauer Wächter, der sich als Ferret vorstellt. Endlich jemand, der meinen Vermutungen glauben schenkt und es nicht nur für bloße Phantasterei hält. Seine Miene verfinstert sich, scheinbar sind die Nachrichten noch schlechter, als er es erwartet hatte. Insbesondere als ich ihm von den Aufzeichnungen und Briefen erzähle, die ich im Keller von Tiberias fand und in denen er den Einfluss auf die Entwicklung der Dunklen Brut durch “das Blut, das Hessarian rettete”, verfinstert sich seine Miene. Er ist mit einer weiteren Grauen Wächterin nach Lothering gekommen, eine Frau namens Kara. Sie wollten Gerüchten nachgehen und wir erzählen ihnen alles, was wir erlebt hatten.
Ferret will nach Denerim, er hofft, dort etwas für Andrastian und mcih tun zu können. Wir müssen jedoch Zeit schinden, da die Position der Grauen Wächter noch zu schwach ist im Lande, um einen offenen Konflikt mit der Chantry zu provozieren.
So warte ich also und hoffe, dass Ferret schneller reitet, als Kendrick denkt – ich bin guter Hoffnung!

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Aidan

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