Raven's Peak

Die Grauen Wächter

Soviel Zeit ist vergangen!
Wir überlebten den Aufnahmeritus der Grauen Wächter, über den ich schweigen muss, da nichts davon nach Außen dringen darf.
Danach verabschiedete ich mich von meinen Freunden, lag vor mir doch eine Reise, die um vieles gefährlicher und unvorhersehbarer war als alles Andere, was zuvor geschehen war und ich wollte sie dieser Gefahr nicht aussetzen.

Ich reiste also nach Woldeshain und stieg in die Tiefen des Turris Magistrorum hinab. Wusste ich doch, dass es in der Lyriumkammer dort ein Leichtes für mich sein würde, den Schleier zu durchdringen und mich ins Fade zu begeben.
Es war ungewiss, ob ich diese Reise überleben und ob ich zurückkehren würde, es war unsicher, als was oder wer ich zurückkehren würde, sollte ich überleben. Ich hatte jedoch dafür gesorgt, dass entweder ich, Aidan Coinneach diesen Ort verlassen würde oder, falls ich scheitern sollte, Duncan selbst dafür sorgte, dass – was auch immer ich geworden war – hier sterben würde. Das Risiko war groß doch waren die Möglichkeiten, sollte ich erfolgreich sein, dieses Risiko wert und es würde unserer Sache dienen.

Ich durchdrang also den Schleier und reiste durch das Fade. Ich stellte mich meinen inneren Dämonen: ich wurde versucht und verführt, getäuscht und belogen, doch hielt mein Wille stand und ich fand, wonach ich suchte – einen der guten Geister des Fade, der sich mit mir verband und seine Macht mit mir teilte. Ich benötigte fast ein Jahr, um diese neuen Kräfte zu kontrollieren und kanalisieren … bis ich es verstand, die Lebenskraft dieses Geistes durch mich zu lenken und so meine Heilkunst zu vervollkommnen.

Danach reiste ich zurück nach Ostagar und traf endlich meine Freunde wieder. Wir alle hatten uns verändert, als wären wir mehr zu dem geworden, was wir sein mussten, um für die kommende Blight gewappnet zu sein. Duncan bat uns, nach Raven’s Peak zu reisen und dort den Arl Boran Lowell für die Sache der Grauen Wächter zu gewinnen. Sollte er uns unterstützen, so würden dies hoffentlich auch viele der kleineren Arltümer dort tun.
Wir machten uns also auf den Weg und gerieten in einem schweren Schneesturm, der uns zwang, in einem nahen Kloster Zuflucht zu suchen. Kurz bevor wir dort ankamen, trafen wir auf eine Gruppe antivischer Händler, deren Zugtiere im Sturm verloren gegangen waren. Wir nahmen sie mit und man bot uns Obdach in den schützenden Mauern des Klosters. Der Empfang dort war jedoch fast so kalt wie der Sturm draußen – dass Misstrauen der Menschen gegenüber den Grauen Wächtern scheint fast dem gegenüber den Magiern gleichzukommen.

Wir hatten gerade unsere Pferde versorgt, als eine weitere Gruppe Reisender eintraf, die von Ser Kendrick Malet angeführt wurde, der das goldene Schwert mit sich führte, das wir ihm bei der Verhandlung in Lothering überlassen hatten. Sie wollten sich hier mit einer Gruppe Magier und Tranquil aus dem Turm treffen, um diese Waffe zu zerstören.

Als ich dies erfahren hatte, wurde ich misstrauisch und ich prüfte mit meinen Sinnen den Sturm, der ungewöhnlich stark war für diese Jahreszeit. Ich konnte nicht ausschließen, dass Magie im Spiel war, doch Kendrick oder die Oberin schenkten mir natürlich kein Gehör und ignorierten meine warnenden Worte, für sie war ich weiterhin nichts als ein Apostat.
Nach einer weiteren halben Stunde wurde Alarm gegeben und die Gruppe Magier traf mehr flüchtend als reitend ein. Sie waren von einer Gruppe Darkspawn angegriffen worden, zu der auch drei Oger gehörten zwei Templer und zwei der Magier waren gestorben. Unter den Ankommenden waren zwei alte bekannte: Senior Enchanter Brandos und meine alte Schülerin Aislin.

Spätestens jetzt war ich mir sicher, dass dies kein Zufall war und es gelang Gorim, die Oberin davon zu überzeugen, uns als Graue Wächter über das Vorhaben aufzuklären, das Schwert zu zerstören. Ich erklärte also, was ich über die Waffe wusste, hatte ich sie doch gefunden und erforscht. Mein Verdacht war, dass Tizian seine Finger hier im Spiel hatte, um diese Waffe in seinen Besitz zu bringen. Ein Alptraum, diese Waffe in den Händen eines mächtigen Blutmagiers zu wissen, die schon in den Händen eines simplen Zwergen so starke Magie wirkte. Dies musste verhindert werden und so schmiedete Gorim eine Replik der Waffe, während Andrastian draußen Wache hielt und Maynard, Ulla und ich das Kloster durchsuchten. Zuvor kontrollierte ich noch die Erinnerungen des Enchanters Brandos, gab es doch Möglichkeiten, mit Blutmagie den Geist anderer Menschen zu kontrollieren und es war vielleicht der einzige Grund, dass der Darkspawn von ihnen abgelassen hatte, damit sie ins Kloster fliehen konnten, nachdem einer der Gruppe unter der Kontrolle Tizians stand.
Im Keller dann, konnten wir die Nähe der Brut spüren, es gab jedoch keinen Zugang. So blieb uns nur das Warten. In der Nacht hörte ich während meiner Wache den erstickten Aufschrei einer Frau, ich eilte in die Küche und fand dort eine Magd, erstochen, den Dolch eines Templers noch im Rücken, vor der Tür Schnee, der nicht geschmolzen war, als hätte jemand den Raum verlassen, vom Mörder keine Spur.
Ich weckte meine Gefährten und wir begaben uns zur Kammer der Oberin, um das Schwert in Sicherheit zu bringen, die Nacht war noch lang und die Schatten tief …

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Aidan

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