Raven's Peak

Erkenntnisse eines Apostaten - 5. Buch, Kap. I

Wie ich bereits in meinen letzten Band beschrieb, hatten wir einige Tagesmärsche südlich von Lothering mehrere Kinder aus den Fängen von Banditen befreit, welche die Kinder benutzt hatten um Lyrium zu schürfen. Der bewanderte Leser, und an diesen richten sich natürlich diese Werke, wird um die verheerenden Folgen von Lyrium auf einen Menschen wissen.

Auch hatte ich von meinem Kampf mit dem Lustdämon im Nichts berichtet, und die Einflüsterungen über meine Schwester und Aislinn, mit denen der Dämon versuchte mich zu verführen. Wie hätte ich zu diesem Zeitpunkt wissen können, dass die Visionen des Succubus mich einige Tage später wieder verfolgen würden… Aber dazu später.

Wir brachten die Kinder in das nächste Dorf, wo sie freudig von den Bauern aufgenommen wurden. Selbst über die Anwesenheit von Meister Aidan schienen diese einfachen Gemüter ernsthaft erfreut. Wir ritten nach einer kurzen Rast weiter, hatte wir doch noch eine lange Strecke bis nach Denerim vor uns. Aber die Tatsache, dass wir ab Lothering auf dem imperialen Straßen reisen würden, erfüllte uns mit Erleichterung.

Zwei Tage später durchquerten wir die Außenbezirke von Lothering. Wären wir doch einfach an dieser Stadt vorbeigeritten. Aber wir taten es nicht. Vor der Stadtmauer sahen wir die ersten Hinweise auf die Ereignisse, die in der Stadt folgen würden. Auf einem Friedhof erteilte eine Priesterin zwei Toten die letzte Weihe, doch stand sie nicht alleine dort, sondern wurde begleitet von zwei Templern. Templer, die offensichtlich nicht aus Lothering kamen sondern, wie mir Andrastian bestätigte, aus dem Zirkelturm. Wohlweisslich hielt ich mich im Hintergrund, während Andrastian und Meister Aidan zu den Templern gingen, um in Erfahrung zu bringen weshalb sie in Lothering waren. Und es stellte sich heraus dass meine Zurückhaltung eine sehr gute Entscheidung war. Ich bin mir bis heute unsicher ob ich diese beiden nicht verbrannt hätte, nachdem sie meinen Gefährten erzählten was sie nach Lothering brachte.

Malet war hier! In Lothering! Er führte eine Gruppe Templer und Zirkelmagier an, die hier in Lothering angeblich einen Maleficar suchten. Als ob jemand wie Malet im Stande war seinen Helm, geschweige denn einen Maleficar zu finden. Anstatt den Ort weitläufig zu umgehen bestand Meister Aidan darauf einige Tage dort zu bleiben, da die Banditen aus dem Thaig das Lyrium hierher geliefert hatten.

Wir begaben uns in ein Gasthaus, und während Meister Aidan und Andrastian wieder zu den Templern gingen, passte ich auf Ulla auf. Diese hatte wohl noch einige zwielichtige Bekannte in Lothering, die vielleicht um den Verbleib des Lyriums wusten. Sie führte mich ins heruntergekommenste Viertel Lotherings, unterhielt sich dort mit jemandem der eine verblüffende Ähnlichkeit mit einer Ratte aufwies, und führte mich schließlich zu einem Lagerhaus, in welchem sich das Lyrium befinden sollte. Doch dieses Lagerhaus war fast leer.

Wir kehrte also in das Gasthaus zurück, und trafen dort wieder auf Meister Aidan und Andrastian. Diese hatten tatsächlich mit Malet gesprochen. Und natürlich wusste er weder etwas von Lyrium, noch hatte er einen handfesten Hinweis auf Apostaten oder Maleficare. Um mehr über die Geschehnisse in Lothering zu erfahren, begann ich mit der Elfe zu reden, die in dem Gasthaus arbeitete, Shianni. Was viele Menschen verdrängten war nämlich dass die Elfen, in deren Augen kaum besser als Sklaven, sehr viel mithörten und sahen während sie ihrer Arbeit nachgingen. Und Shianni teilte uns mit, dass im Elfenviertel eine seltsame Krankheit um sich griff. Wieder eine Krankheit. Mir scheint langsam als würde uns Pestilenz voranreiten. Als sie die Symptome beschrieb, war Meister Aidan die Sache sofort klar: Lyriumvergiftung. Und dies konzentrierte sich auf das Zentrum des Viertels, um den Brunnen herum. Hatte der Auftraggeber des Elfen im Thaig vor, das gesamte Elfenviertel auszurotten? Als wir auf den Elfen kamen, fragten wir etwas herum, und fanden heraus das er vor einigen Wochen ein Zimmer in diesem Gasthaus genommen hatte. Meister Aidan und Gorrim untersuchten das Zimmer, und fanden eine kleine Glasphiole, an welcher sich Reste von Blut der dunklen Brut befanden.

Die alchimistischen Analysen, die Meister Aidan anwand, waren wirklich beeindruckend. Selten konnte ich einen solchen Meister dieses Faches bei der Arbeit beobachten… Er leckte einfach an den Glasscherben. Ich verstehe nicht wie er so unvorsichtig sein konnte. Wenn ein normaler Mensch etwas über die dunkle Brut wusste dann, dass ihr Blut giftig war, und einen Menschen von innen verrotten ließ.

Jedenfalls war unser nächster Schritt klar: Wir mussten den Brunnen und das Lagerhaus untersuchen. Und vielleicht fanden wir dann den Blutmagier…

Und dann? Ich bin mir nicht sicher. Ich spiele mit dem Gedanken, Malet und den Maleficar gegeneinander auszuspielen, und mich dann um den zu kümmern, der dass überleben würde.

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Boni

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