Raven's Peak

Der Weg zum Zwergischen Grauen Wächter
Ein Bericht von Gorim Aztagale

Da (man) Zwerg ja nicht jeden Tag grauer Wächter wird lohnt es sich dieses wohl für die Geschichtsbücher fest zu halten. Vielleicht finden diese Aufzeichnungen ja ihren weg in die Hallen der Bewahrung.

Es wahr bisher eine lange Reise und gerade für einen Zwerg mag das merkwürdig erscheinen, denn auch wenn die Tiefenwege lang und weit reichen so ist eine Welt ohne Wände doch größer als es der übliche Zwerg für möglich halten wird.

Die umstände die mich an die Oberfläche zwangen liegen nun schon eine ganze weile hinter mir und ich bin froh das es so kahm denn ohne das wissen eines Zwerges über die Dunkle Brut währe es wohl nie so weit gekommen das die Menschen und Elfen nun einen Wiederstand bilden. Denn man glaubt es als Zwerg kaum, aber die Völker hier scheinen die Existenz der Dunklen Brut einfach zu ignorieren oder zu leugnen und befassen sich lieber mit Streitigkeiten untereinander wobei vieles mit Magier zu tun hat. Ein sehr nützliches Werkzeug dessen Potenzial aber leider eingeschränkt wird durch die furcht vor eventuellen Konsequenzen. Leute die aber böses damit im schilde führen werden ihren weg so oder so finden, nur begrenzen sie hier dadurch eigentlich nur die Leute die helfen wollen und machen ihnen vorwürfe, darüber mit dem falschen mittel das richtige getan zu haben. Kommt mir etwas so vor als wäre das nutzen eines Schwertes verboten und auch wenn er damit Dunkle Brut niederstreckt wird er zum Tode verteilt.

Doch konnte ich mit meinen etwas aufgeschlosseneren Gefährten an der Oberfläche einiges Bewerkstelligen und der Brut auf ihren Vorstoß wenigstens das ein oder andere Mal um ein paar köpfe kürzer machen. Unter einer Stadt der Menschen haben sie aus einer Elfe auch einen Abartigen Fleisch Berg von Abscheulichkeit hervorgebraucht der anscheinend Dunkle Brut erzeugen konnte und wohl dafür verantwortlich war die sogenannten Kreischer zu gebären.

Doch nun wird es wirklich ernst hier an der Oberfläche, größere Truppen bewegen sich scheinbar organisiert umher und die Leute die gegen sie kämpfen wollen und bereit sind ihr leben zu geben sind sehr wenige. Für Erkundung und angriff auf kleine Gruppen sind es genug doch Armen wie wir sie in den Tiefen wegen bekämpfen werden sie nicht aufhalten können.

Als ich durch eine reihe schicksalhafter Ereignisse auf eine Untersuchung im Dienste der Grauenwächter geschickt wurde sind jedoch erschreckende Erkenntnisse zu Tage gekommen.
Es scheint so als würde die Brut mit Dunkler Magie Drachen unter ihre Kontrolle bringen. In diesen fall war es ein Männliches Exemplar aber auch Nachwuchs war dort vor Ort. Eine solche Waffe in den Händen der Brut könnte fatal sein. Da ich an der Oberfläche nach weiteren Aktivitäten Ausschau halten sollte und es noch einige andere Anzeichen der Verderbtheit gab. Sende ich dieses Schreiben hier als Warnung, dass hier etwas vorgeht das größer und bedrohlicher ist als es erschient. Ich wurde auch dringlichst angehalten die meisten Details des folgenden aus zu lassen. Aber im Zuge dieser Geschehnisse werde ich mich den Grauen Wächtern anschließen und in ihren Dienst Treten, da sie als die einzige Organisierte Gemeinschaft auftreten die die Gefahr als solche wahrnimmt.

Dieses schreiben kündigt also in gewisser weise auch das beendigen meiner bisherigen Funktion an. Außerdem möchte ich mitteilen dass eine paar Zwerge mehr der Truppe wohl sehr gut tuen würden. Sollte es Interessenten geben und sie mutig genug sein der Brut auch hier an der Oberfläche entgegen zu treten, so werden sie vielleicht eine Chance bekommen einer der Legendären Grauen Wächter zu werden.

View
Auf der Jagd

Kaum zu glauben, wir reiten in Ostagar ein und die Besatzung hier, wurde nochmal verstärkt: Ritter aus Ferelden, Soldaten und weitere Graue Wächter sind vor Ort, alles scheint bestens organisiert in einem Feldlager.
Duncan bittet uns kurz nach unserer Ankunft, in der Umgebung des Lagers nach Spuren der Dunklen Brut zu suchen, um vor Überraschungen sicher zu sein und sich ein genaueres Bild vom Ausmaß der Bedrohung für die Menschen im Süden zu machen. Wir verlassen also das Lager Richtung Süden, in die Corcari Wilds und finden schon am zweten Tag deutliche Spuren, denen wir zu einer Hütte folgen können. Die Hütte wurde zerstört, selbst das Dach wurde mit großer Kraft von oben zerquetscht und wir entdecken Hinweise darauf, dass die Menschen, die hier lebten verschleppt wurden. Wir folgen den Spuren weiter zu einem Hügel und finden eine Höhle, die ins Erdinnere führt. Dort treffen wir auch auf den ersten Hurlock, den wir jedoch ohne Probleme niederstrecken können. In den unterirdischen Gängen können wir beängstigende Entdeckungen machen: Ogerspuren, kleine Drachlinge und scheinbar auch die Spuren eines größeren Drachens. Die Bedrohung scheint größer als vermutet, doch wir entschließen uns, die entführten Menschen zu retten, bevor wir zu Duncan zurückkehren.
Die Gefangenen sind auf einem Felsvorsprung ohne ersichtlichen Zugang gefangen und ich beginne, mit der Kraft meiner Magie eine Brücke aus dem Felsen zu formen. Die Drachlinge greifen mit ihrem Flammenatem an und kurz darauf lockt der Kampflärm fünf weitere Hurlocks an. Wir können den Angriff zwar zurückschlagen, doch dies war wohl nur der Anfang, insbesondere, da mir immer klarer wird, dass bei der Gefangennahme der Menschen scheinbar Magie im Spiel war …

View
Die Anklage

Während Andrastian und ich in der kargen Zelle auf unser Urteil warteten, suchen die Templer systematisch nach Maynard und ich hoffte nur, dass mein ehemaliger Schüler es schaffte, sich in dem Chaos, das nach dem Kampf in Lothering herrschen würde, im Verborgenen halten zu können.
Wir mussten also Zeit gewinnen und Ulla begann damit, indem sie gemeinsam mit Gorim zu ihrem alten Freund Splitter ging, der dafür sorgen sollte, unsere Geschichte – die Geschichte der „Helden von Lothering“ zu verbreiten – und so für eine Stimmung bei den Einwohnern der Stadt zu sorgen, die es für Kendrick schwer machen würde, uns einfach zu töten und sich nicht vor anderer Stelle dafür verantworten zu müssen.
Ein weiterer Lichtblick ist Bruder Oswin, der Templer, den wir zusammen mit Aislin im Lagerhaus retten konnten. Er schmuggelt Nachrichten für uns zu Gorim und so gelingt es uns, den Zwerg nach Raven’s Peak zu schicken und dort um Hilfe zu bitten.
Ich hätte es nie erwartet, aber Andaria Terryn selbst beschließt, uns zu helfen, obwohl sie doch allen Grund gehabt hätte, einen Groll zu hegen. Eine große Frau, fest im Glauben, diese Hilfe hätte ich nie erwartet oder gar auf sie zu erhoffen gewagt.
So sehen wir sie also wieder, diesmal als Angeklagte der Chantry und nicht als die Entdecker einer wichtigen Reliquie.
Sie lässt sich alles erklären und schafft es, Kendrick davon abzuhalten, und kurzerhand hinzurichten, ohne Fragen zu stellen und uns anzuhören. Das Urteil ist nicht sehr vielversprechend, aber Andrastian und ich werden leben, er in einem Kloster und ich im Turm der Magier, unter einem lebenslangen Bann. Die Verhöre gehen weiter, Kendrick versucht mit aller Macht, einen Beweis zu finden, der mich als Maleficar bloßstellen würde.
Endlich, nach sieben Tagen, reiten zehn fereldische Ritter unter dem Banner von König Cailan in Lothering ein. Sie werden geführt von Ferret und Kara sowie einem weiteren Grauen Wächter, der sich uns als Duncan vorstellt, der Kommandeur der Grauen Wächter von Ferelden und ein enger Freund des Königs ist.
Duncan macht wenig Geplänkel und fordert mit dem Recht der Grauen Wächter auf Rekrutierung unsere Freilassung, womit wir nicht mehr unter dem recht der Chantry stehen, sondern unter dem der Grauen Wächter. Ich bin mir nicht sicher, was dies bedeutet, aber alles ist besser als eine Zukunft unter Hausarrest im Turm der Magier und so werde ich wenigstens endlich Gehör finden mit meinen Theorien einer neuen Blight. Duncan fordert uns auf, umgehend unser Hab und Gut zu packen udn mit ihm nach Ostagar aufzubrechen, wo der Ritus der Aufnahme durchgeführt wird. Wer hätte das gedacht, ich, einer der legendären Grauen Wächter. Ich weiß nicht viel über den Ritus, doch das was ich weiß macht mir Angst. Angst sei die Waffe der dunkeln Brut, so sagte Ferret, also weiter, auf in eine ungewisse Zukunft als wir nur zwei Tage später unser Ziel erreichen.

View
Der Sturm bricht los
Zeit der Besinnung

Es ist so vieles Geschehen, die Ereignisse überschlugen sich und ich fand keine Ruhe, meine Aufzeichnungen zu machen. Erst jetzt, nachdem die erste Schlacht gewonnen wurde finde ich Zeit – als Gefangener der Templer. Welch ein Hohn, das Jene, deren Leben ich rettete mich nun als Malficar auf den Scheiterhaufen bringen wollen.
Ich greife jedoch den Ereignissen voraus, meine Wut grimmt in mir und es verlangt viel Disziplin, meinen Kerker und meine Kerkermeister nicht mit der Kraft meiner Magie zu zerschmettern. Ein Trost ist es, dass mein Freund Andrastian bei mir ist, er stand treu an meiner Seite und verleugnete was wir taten selbst dann nicht, als er selbst angeklagt wurde, seinen Glauben verraten zu haben. Er, der als einziger Gläubiger das Tuch Andrastes berühren konnte – das ist Irrsinn!

Wo habe ich meine Aufzeichnungen beendet? Richtig: wir gingen In die Tiefen Wege unter Orics Thaig, um nach dem Amboss der gefangenen Seelen zu suchen und ihn zu zerstören, hofften wir doch, so den Fluch zu brechen, den Bori Silverhammer über ihr Volk gebracht hatte.
Es war verstörend, wir mussten im Fate einen Dämon der Lust besiegen und uns mächtigen Untoten stellen, bevor wir den Amboss vernichten konnten. Fast hätten wir versagt, doch es gelang mir, mit einem Schwert, das Oric selbst auf dem Amboss geschmiedet hatte, diesen zu zerstören und so den mächtigen Zauber, der auf ihm lag, zu vernichten.

Es folgte eine wilde Flucht, da die Höhle über uns zusammenzubrechen drohte und wir schafften es knapp, uns und die überlebenden Kinder in Sicherheit zu bringen. Es blieb jedoch keine Zeit zu rasten, führte doch die Spur des Lyriums direkt nach Lothering.

Dort angekommen bot sich uns ein seltsames Bild: wir sahen Scheiterhaufen und Templer, die nicht aus Lothering, sondern vom Turm der Magi kamen und erfuhren nach wenigen Fragen, dass man nach einem Maleficar suchte und eine Abteilung der Templer unter dem Kommando von Ser Kendrick Malet geschickt worden war, den Schuldigen zu suchen und zu richten.
Wie nicht anders zu erwarten, war dieser verlogene Mörder schnell mit dem Feuer und so brannten in der ganzen Stadt Scheiterhaufen, um vermeintliche Maleficare zu töten.

Andrastian und ich schluckten all unseren Hass und meldeten uns bei Kendrick, wäre es doch nur auffallend gewesen, dies nicht zu tun. Wir erzählten vom Lyrium, ich erläuterte ihm meine Theorie vom Entstehen einer Blight, von den Ereignissen im Süden, von Tizian und dem Diebstahl von Andrastes Blut und davon, dass die Ereignisse in Lothering damit zusammenhängen mussten. Ich wies ihn darauf hin, dass die Kranken scheinbar an einer Lyriumvergiftung litten und dass wir einen älteren Mann suchten, der einen Akzent aus Tevinter haben musste.

Perlen vor die Säue, er verstand es nicht oder konnte nicht zugeben, keine Ahnung zu haben. Geblendet von seiner Arroganz und Ignoranz, geschützt durch seinen Rang, der idiotie scheinbar zur Normalität macht und Fehlbarkeit entschuldigt.

Zumindest erlaubte er uns, unabhängig von den Templern unsere Nachforschungen zu betreiben und ließ sich von Andrastian beruhigen, der ihm versicherte, ein Auge auf mein Handeln zu haben und dass es gottgefällig sei.

Wir fanden heraus, dass das Lyrium scheinbar am oder gar im Brunnen des Elfenviertels versteckt war und zogen los, um direkt zu schauen, was wir Seltsames dort finden konnten… wenn wir gewusst hätten was uns dort erwartete, hätten wir wohl die Templer um Unterstützung gebeten. Wir mussten uns einer leibhaftigen Brutmutter stellen und ihren “Kindern”, unzähligen Shrieks, die offenbar aus den verschwundenen und vermissten Elfen entstanden waren, von denen wir gehört hatten – die Brutmutter selbst schien eine Dienstbotin aus dem Wirtshaus zu sein, Nola, die seit etwa zwei Wochen nicht mehr gesehen worden war. Zwei Wochen und sie war zu einer solchen Monstrosität geworden, wie kann das sein, in so kurzer Zeit?!

Der Kampf war schrecklich und am Ende lag Gorim sterbend am Boden und es gelang mir mit letzter Kraft, ihn ins Leben zurückzuholen. Wir waren alle vollkommen zerschlagen, bluteten aus zahlreichen Wunden und waren erschöpft bis aufs Mark. Aus den Gängen, die in die Kammer der Mutter führten hörten wir jedoch das Kreischen der Shriek, es war also nicht vorbei.
Wir erforschten ein wenig dieses alte Kanalasitionssystem unter der Stadt und stießen auf eine Metalltür, die durch den Schlüssel, den ich bei Sarels Leiche gefunden hatte, geöffnet werden konnte.

Dort fand ich Aufzeichnungen, die meinen Verdacht bestätigten und aus meiner Theorie eine Tatsache machten. Der Maleficar in Lothering war ein Scherge Tizians und nannte sich selbst Tiberias. Er hatte ein Experiment durchgeführt und herausgefunden, dass mit dem Blut, das Hessarian gerettet hatte, der Prozess der Mutation beschleunigt werden konnte und er den Darkspawn, selbst die Brutmutter, kontrollieren konnte.

Als wir an die Oberfläche kamen, bot sich uns ein Anblick des Schreckens: Shrieks wüteten unter den wehrlosen Einwohnern, wir versuchten soviele wie möglich zu retten, nicht zuletzt Ullas Bruder Norman, der von der Familie zurückgelassen worden war. Wir näherten uns dem Platz vor der Chantry, als wir uns in all unserer Erschöpfung einer weiteren Herausforderung stellen mussten. Tiberias griff einen Templer an und meine alte Schülerin Aislin. Wir konnten den Maleficar gefangennehmen und übergaben ihn an Kendrick, in der Annahme, dass selbst er bei all diesen Beweisen, nicht das Falsche tun könnte. Wie dumm von mir, bei diesem Mann an seinen verstand oder seine Ehre zu appellieren. Als Ergebnis sitze ich nun mit Andrastian in einem Raum der Chantry festgesetzt. Würde nur mein Schicksal davon abhängen, so wäre es leicht zu entscheiden und ich wäre wohl nun bereits als Apostat auf der Flucht. Ich wartete jedoch.
Zum Glück, kann ich nun sagen, erschien doch am zweiten Tag ein Mann in unserer Zelle, den ich hier in Lothering nicht erwartet hätte. Ein Grauer Wächter, der sich als Ferret vorstellt. Endlich jemand, der meinen Vermutungen glauben schenkt und es nicht nur für bloße Phantasterei hält. Seine Miene verfinstert sich, scheinbar sind die Nachrichten noch schlechter, als er es erwartet hatte. Insbesondere als ich ihm von den Aufzeichnungen und Briefen erzähle, die ich im Keller von Tiberias fand und in denen er den Einfluss auf die Entwicklung der Dunklen Brut durch “das Blut, das Hessarian rettete”, verfinstert sich seine Miene. Er ist mit einer weiteren Grauen Wächterin nach Lothering gekommen, eine Frau namens Kara. Sie wollten Gerüchten nachgehen und wir erzählen ihnen alles, was wir erlebt hatten.
Ferret will nach Denerim, er hofft, dort etwas für Andrastian und mcih tun zu können. Wir müssen jedoch Zeit schinden, da die Position der Grauen Wächter noch zu schwach ist im Lande, um einen offenen Konflikt mit der Chantry zu provozieren.
So warte ich also und hoffe, dass Ferret schneller reitet, als Kendrick denkt – ich bin guter Hoffnung!

View
Erkenntnisse eines Apostaten - 5. Buch, Kap. I

Wie ich bereits in meinen letzten Band beschrieb, hatten wir einige Tagesmärsche südlich von Lothering mehrere Kinder aus den Fängen von Banditen befreit, welche die Kinder benutzt hatten um Lyrium zu schürfen. Der bewanderte Leser, und an diesen richten sich natürlich diese Werke, wird um die verheerenden Folgen von Lyrium auf einen Menschen wissen.

Auch hatte ich von meinem Kampf mit dem Lustdämon im Nichts berichtet, und die Einflüsterungen über meine Schwester und Aislinn, mit denen der Dämon versuchte mich zu verführen. Wie hätte ich zu diesem Zeitpunkt wissen können, dass die Visionen des Succubus mich einige Tage später wieder verfolgen würden… Aber dazu später.

Wir brachten die Kinder in das nächste Dorf, wo sie freudig von den Bauern aufgenommen wurden. Selbst über die Anwesenheit von Meister Aidan schienen diese einfachen Gemüter ernsthaft erfreut. Wir ritten nach einer kurzen Rast weiter, hatte wir doch noch eine lange Strecke bis nach Denerim vor uns. Aber die Tatsache, dass wir ab Lothering auf dem imperialen Straßen reisen würden, erfüllte uns mit Erleichterung.

Zwei Tage später durchquerten wir die Außenbezirke von Lothering. Wären wir doch einfach an dieser Stadt vorbeigeritten. Aber wir taten es nicht. Vor der Stadtmauer sahen wir die ersten Hinweise auf die Ereignisse, die in der Stadt folgen würden. Auf einem Friedhof erteilte eine Priesterin zwei Toten die letzte Weihe, doch stand sie nicht alleine dort, sondern wurde begleitet von zwei Templern. Templer, die offensichtlich nicht aus Lothering kamen sondern, wie mir Andrastian bestätigte, aus dem Zirkelturm. Wohlweisslich hielt ich mich im Hintergrund, während Andrastian und Meister Aidan zu den Templern gingen, um in Erfahrung zu bringen weshalb sie in Lothering waren. Und es stellte sich heraus dass meine Zurückhaltung eine sehr gute Entscheidung war. Ich bin mir bis heute unsicher ob ich diese beiden nicht verbrannt hätte, nachdem sie meinen Gefährten erzählten was sie nach Lothering brachte.

Malet war hier! In Lothering! Er führte eine Gruppe Templer und Zirkelmagier an, die hier in Lothering angeblich einen Maleficar suchten. Als ob jemand wie Malet im Stande war seinen Helm, geschweige denn einen Maleficar zu finden. Anstatt den Ort weitläufig zu umgehen bestand Meister Aidan darauf einige Tage dort zu bleiben, da die Banditen aus dem Thaig das Lyrium hierher geliefert hatten.

Wir begaben uns in ein Gasthaus, und während Meister Aidan und Andrastian wieder zu den Templern gingen, passte ich auf Ulla auf. Diese hatte wohl noch einige zwielichtige Bekannte in Lothering, die vielleicht um den Verbleib des Lyriums wusten. Sie führte mich ins heruntergekommenste Viertel Lotherings, unterhielt sich dort mit jemandem der eine verblüffende Ähnlichkeit mit einer Ratte aufwies, und führte mich schließlich zu einem Lagerhaus, in welchem sich das Lyrium befinden sollte. Doch dieses Lagerhaus war fast leer.

Wir kehrte also in das Gasthaus zurück, und trafen dort wieder auf Meister Aidan und Andrastian. Diese hatten tatsächlich mit Malet gesprochen. Und natürlich wusste er weder etwas von Lyrium, noch hatte er einen handfesten Hinweis auf Apostaten oder Maleficare. Um mehr über die Geschehnisse in Lothering zu erfahren, begann ich mit der Elfe zu reden, die in dem Gasthaus arbeitete, Shianni. Was viele Menschen verdrängten war nämlich dass die Elfen, in deren Augen kaum besser als Sklaven, sehr viel mithörten und sahen während sie ihrer Arbeit nachgingen. Und Shianni teilte uns mit, dass im Elfenviertel eine seltsame Krankheit um sich griff. Wieder eine Krankheit. Mir scheint langsam als würde uns Pestilenz voranreiten. Als sie die Symptome beschrieb, war Meister Aidan die Sache sofort klar: Lyriumvergiftung. Und dies konzentrierte sich auf das Zentrum des Viertels, um den Brunnen herum. Hatte der Auftraggeber des Elfen im Thaig vor, das gesamte Elfenviertel auszurotten? Als wir auf den Elfen kamen, fragten wir etwas herum, und fanden heraus das er vor einigen Wochen ein Zimmer in diesem Gasthaus genommen hatte. Meister Aidan und Gorrim untersuchten das Zimmer, und fanden eine kleine Glasphiole, an welcher sich Reste von Blut der dunklen Brut befanden.

Die alchimistischen Analysen, die Meister Aidan anwand, waren wirklich beeindruckend. Selten konnte ich einen solchen Meister dieses Faches bei der Arbeit beobachten… Er leckte einfach an den Glasscherben. Ich verstehe nicht wie er so unvorsichtig sein konnte. Wenn ein normaler Mensch etwas über die dunkle Brut wusste dann, dass ihr Blut giftig war, und einen Menschen von innen verrotten ließ.

Jedenfalls war unser nächster Schritt klar: Wir mussten den Brunnen und das Lagerhaus untersuchen. Und vielleicht fanden wir dann den Blutmagier…

Und dann? Ich bin mir nicht sicher. Ich spiele mit dem Gedanken, Malet und den Maleficar gegeneinander auszuspielen, und mich dann um den zu kümmern, der dass überleben würde.

View
Templer unter Tage

„Obwohl alles vor mir sich in Schatten hüllt,

wird dennoch der Erbauer mein Führer sein!

Ich werde nicht zurückgelassen, die treibenden Straßen im Nichts zu bewandern

Denn es gibt keine Dunkelheit im herzen des Erbauers

Und nichts, was er geschaffen, soll verloren sein“

-Frei übersetzt aus dem Gesang des Lichtes, Verse der Prüfung

Oh Erbauer, was für Ereignisse liegen nun wieder hinter uns. Ursprünglich hatte ich mich auf eine ruhige Rückreise nach Lothering und Denerim eingestellt.

Aber die Sorgen einer Mutter brachten uns dann auf völlige Abwege. Auf der Straße fanden wir eben jene auf der Suche nach Ihrem Sohn, der so scheint es, im Wald in ein Loch zu einer alten Ruine gefallen war. Und so erstaunlich es ist, in der ruine wurde er scheinbar von jemanden entführt.

Wir folgen den Gängen, bis wir auf einige Gestalte trafen, die uns angriffen. Immer weiter ging es und die unbehauenden Wände wichen den Gängen eines Zwergenthaigs, immer weiter auf der Suche nach dem verlorenen Jungen. Doch wir sollten noch mehr als Ihn und seine Entführer finden.

Nachdem die ersten feinde überwunden waren und wir die große Höhle des Thaigs, und zwar Orics Thaig, ,betraten, wurden wir von einem grausamen Fund überrascht. Ausgemergelte Leichen von anderen Kindern. Und alsbald fanden wir in der Halle der Erinnerungen ein paar weitere Schurken, die wir überwältigen und die uns die Wahrheit über Ihre Anwesenheit und die Kinder offenbarten. Sie nutzen entführte Kinder, um hier räuberisch Lyrium abzubauen. Der Erbauer möge nicht gnädig über sie richten, wenn sie bald vor ihm stehen werden. Das Urteil für Ihre verbrechen erscheint offensichtlich und doch ist es nicht an uns, sie zu richten. Ich nahm an, dies würde aber schnell in dem nächsten Ort geschehen. Ich irrte.

Der kurze Kampf mit den Schurken hatte eine unerwartete Reihe von Ereignissen eingeleitet. Ein Zauber der Magier hatte eine Statuette mit Magie erfüllt, hinter dem viel mehr steckte als das grüne Leuchten. Offenbar reichte es, um den kompletten Thaig mit widernatürlichem Unleben zu füllen und wir wurden von zahlreichen Skeletten angegriffen, die wir nur mühsam abwehren konnten. Ich selber hielt einen Eingang in unser Gebäude gegen mehr als ein halbes Dutzend, doch das größere Tor erlaubte weiteren das eindringen und sie setzen uns hart zu, mordeten gar einen unserer Gefangenen, bis wir sie bezwangen.

Nach hitziger Debatte um das Geschehene brachen wir auf, die Kinder zu retten und das Geheimnis des Thaigs zu lüften. Ich musste meine Gefährten durchaus ab und an anstoßen, dass unser Augenmerk vor allem auf den Kindern liegen sollte, und alles andere nachrang hat. Tiefer drangen wir in das tote Zwergenheim, in Richtung der Mine. Immer wieder mieden oder bekämpften wir kleine Gruppen von Untoten.

Kurz vor dem Weg in die Tiefen stand das reiche Viertel, wo auch der Palast, und anders kann man das nicht nenne, des Paragons Oric stand. Als Stimmen aus dem Haus erklangen, drangen wir ein, um auf einige grün glimmende Gespenster zu treffen, die uns über den Fluch von Oric, seiner Familie und dem Amboss, an den er gefesselt war, berichteten. Wer das alles wissen will, sollte aber eher Meister Aidan fragen, mir obliegt es eher, von unseren Erlebnissen zu berichten Das dies mit Hinterlist geschah, würden wir auch erst später erfahren. Aber eines wurde uns klar. Wir mussten uns Oric stellen, um den Fluch hier zu beenden. Und die magische Statue würde dabei eine Rolle spielen. Vor allem aber der Amboss, in dem das Böse seinen Ursprung hatte. Blutmagie also wieder einmal!

Weiter hinab hangelten wir uns über einen Aufzug, um den zahlreichen Skeletten zu entgegen und unsere Kräfte zu schonen, waren die Meisten von uns schon sehr erschöpft und angeschlagen. Ich bin sicher, das Lyrium, welches ich merkwürdig falsch anfühlte, hat Maynard und meister Aidan sicher noch zusätzlich zugesetzt.

Und dann fanden wir die Kinder! Endlich. Und sie waren eingepfercht, aber bedrängt von Skeletten, die über den Leichen der menschlichen Entführer standen. Schnell waren die Skelette von mir erschlagen, doch die Kinder versorgten wir zwar, ließen sie aber vorerst zu Ihrem eigenen Schutze eingeschlossen. Wir wollten zu unserer aller Sicherheit die Quelle des Übels bezwingen.

Zum Herz des Berges führte uns unser weiterer Pfad, durch Hallen voller Gräber und Statuen. Wir gelangten an einem Raum, an dem wir einige leere Gräber fanden, von den einstmals Ruhenden bereits verlassen. Mit zwei Ausnahmen, die sich nicht zu befreien vermochten und die wir auch weiterhin daran hinderten. Von den drei Pfaden, die uns offenstanden, wurden mir Laute gewahr aus zweier der Gänge. Aus einem das ferne Schmieden. Orics Schmieden sowie Schlurfen. Also weiterer Untote. Und ein merkwürdiges Rasseln aus einem weiteren gang. Diesen erkundeten wir zuerst, bis wir auf eine runenverzierte Tür stießen. Gorim berührte die Tür und erstarrte. Die Magier erkannten schnell, dass er im Geiste im Schleier gefangen war, so wie ich es jetzt verstehe. Maynard, übermütig handelnd, wartete keine Diskussion ab, sondern berührte die Tür, um Gorim zu helfen.

Mutig und dumm ist er. Und sorgsam um seine Freunde. Ich hoffe, das wird ihn auf dem Weg halten, den er jetzt geht. Meister Aidan folgte den beiden etwas später, er ging auf anderem Weg in den Schleier. Sie kämpften dort gemeinsam gegen einen Dämon! Nur Ulla und ich blieben zurück. Und mir wurde gewahr, dass mir vielleicht die Schlimmste aller Templer-Prüfungen bevorstand. Ich zog meinen Bidenhänder und wartete. Und hoffte und betete, dass ich nicht gezwungen wäre, meine Freunde zu richten. Der Erbauer weiß, ich hätte es getan, aber Andraste war mit uns und die drei bezwangen unter großen Anstrengungen den Dämon und damit die tückische Falle der Tür.

So betraten wir schließlich den raum dahinter und fanden Orics Söhne, im Tode gefangen und verflucht. Auch sie erbaten uns um Erlösung. Und sie offenbarten uns Wahrheiten, die uns im finalen Kampf helfen sollten und die auch die Täuschung der bösen Geister oben aufdeckte, als wir später darüber nachdachten.

So eilten wir gen Schmiede. Gewappnet mit neuem Wissen aber auch der Sorge, dass die Waffen, die Orics Geist schmiedete, die Untoten Zwerge in eine Armee des Grauens verwandeln würde.

Und den ersten untoten Zwerg mit einer der magisch glühenden Waffen fanden wir, als er uns den Weg zur Schmiede versperrte. Die unheiligen Kräfte durchströmten ihn bereits und das Skelett regenerierte sich, wulstiges Fleisch formte sich um den Körper neu.

Weiter hinten hörten wir weitere Zwerge, uns lief die Zeit davon, bevor sie sich auch mit den Waffen ausrüsten konnten. So, stürzte ich mich auf den Zwerg, den weg für die anderen freimachend, denn für einen Kampf waren fast alle außer Ulla und mir nicht mehr in der Verfassung. Doch der närrische Gorim eilte an meine Seite. Zu seinem Glück galt der Angriff des Zwerges aber mir, und obgleich ich seinen Schlag parierte, war seine unheilige kraft so stark, dass er meine Verteidigung durchbrach und mich beinahe niederstreckte. Die wunde brannte höllisch und ich war sicher, kaum mehr als einen weiteren Treffer zu überleben. Gorims ende schien mir da fast sicher besiegelt. Doch die anderen rannten weiter und auch unser Zwerg kam endlich zur Besinnung. Ich sammelte mich, mein ende hier zu finden, um den anderen die nötige Zeit zu erkaufen. Doch Meister Aidan half mir, schloss meine Wunden, und rette mich so. Wieso sieht man immer nur das Schlimme. Darf kein band der Verbundenheit zwischen Templern und Magiern bestehen? Gerade unsere Zusammenarbeit macht so viel möglich. So konnten wir zwei die Nachhut bilden, als wir die Schmiede letztendlich betraten. Zu unserem Schrecken sahen wir, dass dort zahlreiche untote Zwerge nach Ihren Schreckenswaffen griffen und inmitten all dessen, nur über eine schmale Brücke auf einem Lava umgebenen Plateau stand Oric und der vermaledeite Amboss.

Während meine Gefährten Oric konfrontierten, hielt ich die schmale Brücke, stieß mehr als einen Zwerg in die Lava und doch war klar, dass wir die Stellung nicht lange halten konnten. Was genau in meinem Rücken geschah, weiß ich nicht. Doch nachdem sie auf den geist einredeten, ohne Erfolg, schafften sie es, die Statue und damit seine Ketten zu sprengen. Und mittels einer der verfluchten Waffen zerstörten sie den Unheilsbringer: den Amboss. Die gewaltige kraft erlöste nicht nur die Skelette, sondern lies auch die Kaverne und den Thaig einstürzen oder in der Lava versinken. So flohen wir eiligst nach Oben. Die angsterfüllten Kinder nicht vergessend, rannten wir um unser Leben, nutzen die Lore, die Gewichte kappend, um uns nach oben zu katapultieren und unsere füße brachten uns nur knapp aus dem zum Untergang gewehten Thaig heraus an die Oberfläche.

Die dort immer noch von uns gefangenen Schurken fanden ein gerechtes Ende. Und vielleicht ein gnädigeres, als sie meiner Meinung nach verdient haben.

Für uns heißt es aber erstmal, die schweren Wunden lecken und die Kinder zu Ihren Familien zu bringen. Oh Erbauer, ich sehe aber schon, dass einige diese Torturen nicht lange überleben werden. Die Knechtschaft und das Lyrium werden noch Ihren Blutzoll fordern.

Möge Ihnen der Erbauer Frieden schenken!

View
Erkenntnisse eines Apostaten - 4. Buch, Kap. II

Wir stiegen also in die Tiefen des Thaigs hinunter, Ebene um Ebene, vorbei an untoten Zwergen und verfallenen Ruinen. Schließlich erreichten wir die vorerst letzte Ebene, und fanden uns am Ufer eines Flusses aus geschmolzenen Stein wieder. In der Felsenwand fanden wir den Eingang zu den Lyriumminen, und direkt hinter dem Eingang die zerfetzten Leichen der Wächter. Sie wurden von einigen der Skelette niedergemacht. Die Mine war, zum Glück, durch ein festes Gitter versperrt. So waren die gefangenen Kinder sicher vor den skelettierten Klauen der Untoten.

Wir entledigten uns der Zwerge, verarzteten kurz die Kinder, und schlossen sie dann wieder zu ihrem Schutz ein. Bevor wir sie an die Oberfläche bringen konnten, mussten wir zunächst noch die ganze Geschichte mit dem Osric, dem untoten Zwergenkönig, beenden.

Im Herzen des Berges würden wir ihn finden, also den Lavafluss stromaufwärts, wie uns Gorim mitteilte. Aber wie konnten wir den Zwerg besiegen? Er war an den Amboss gefesselt, und jene die diesen erschaffen hatten sagten uns, nur die Waffen die auf dem Amboss gefertigt wurden konnten ihn zerstören. Also hofften wir dass dort solche Waffen liegen würden.

Wir folgten dem Lavafluss, und standen schließlich vor einem riesigen steinernen Tor, welches leicht wie eine Feder aufschwang. Dahinter fanden wir eine alte Krypta mit leeren Särgen. Drei Gänge gingen von der Krypta ab. Aus dem einen ertönten die Schläge eines Hammers auf einem Amboss. Unser Ziel! Osrics Schmiede. Aus einem weiteren Gang hörten wir jedoch das rasseln von Ketten. Was auch immer dieses Geräusch erzeugte, wir konnten es nicht in unserem Rücken lassen. Wir schlichen den Gang hinunter, und standen schließlich vor einem weiteren Tor. Reich verziert und mit Runen übersät. Gorim machte sich auf das Tor zu öffnen, berührte es, und erstarrte!

Der Zwerg stand vor dem Tor, eine Hand auf einer Rune, und zitterte und zuckte leicht. Seine Augen waren offen, schienen aber nichts auf dieser Welt zu sehen. Oder nichts auf dieser Seite des Schleiers. Ein Dämon! Wer auch immer dieses Tor geschlossen hatte, er hatte einen Dämon darin gebunden und es in Falle verwandelt. Und Gorim war hineingelaufen. Was eigentlich kein Wunder ist, da wir noch keiner Falle begegnet sind die Gorim in Ruhe gelassen hätte.

Mir gingen schnell die Lehren aus “Verteidigung gegen die dunklen Künste und Dämonen” durch den Kopf. Der Dämon hatte Gorim in seiner Hand und würde ihm eine Traumwelt vorspielen. Und sobald Gorim dies als Wahrheit akzeptierte, wäre seine Seele verloren. Mir blieb keine Zeit um in Ruhe und kontrolliert den Schleier zu durchdringen und das Fade zu betreten, denn die Zeit verging dort anders, und jeder Augenblick zählte.

Ich berührte die Tür…

… und erwachte aus diesem seltsamen Traum. Tagtraum eher. Ich schüttelte den Kopf. Abenteuer mit Zwergen und Templerln. In letzter Zeit träumte ich öfters so etwas. Vielleicht sollte ich bald den ersten Verzauberer Irving nach einem Auftrag außerhalb des Zirkels fragen, um etwas von der Welt zu sehen. Aber das hat Zeit. Heute Nachmittag steht wieder eine Debattierrunde mit den Loyalisten an, ich muss langsam anfangen mir eine Strategie zu überlegen. Aber zunächst wartete ich noch auf Arlette. Auch wenn es nur Jene erfahren sollten die daran teilhatten, war mir zu Ohren gekommen dass sie heute durch das Harrowing gehen musste. Naja, eine reine Formalität bei einem Magier mit ihren Fähigkeiten. Ich stand also vor dem Tor zum Ritualsaal und wartete. Das Tor öffnete sich, und Arlette trat hinaus. Etwas erschöpft, aber grinsend…

… aber das Grinsen war doch spöttisch… und stand nicht ein Templer im Tor… “Geschafft, Maynard,” sagte sie, und riss mich aus meinem Grübeln. “Jetzt steht uns die ganze Welt offen. Und du kannst haben was immer du möchtest!” Ihr Tonfall hatte sich verändert. Nein, nicht nur ihre Tonfall. Ihre Stimme. Sie war etwas tiefer, rauchiger. Das war überhaupt nicht das Harrowing von Arlette, es war Aislinn… oder nicht? Verwirrt starrte ich auf die Gestalt vor mir. Ich fühlte ein leichtes pochen im Hinterkopf. Ein Ziehen. Als würde ein vergrabener Teil meines Bewusstseins um Aufmerksamkeit rufen. Arlette/Aislinn redete weiter, versprach mir Macht, Freiheit und Reichtum. Ich hörte kaum zu, ich sah, wie einen Geist, Templer Malet vor mir stehen, höhnisch grinsend, ein blutiges Schwert in der Hand… Malet! Meine Hände ballten sich zu Fäusten, und ich fühlte Wut und Zorn wie eine Flut in mir aufsteigen. Malet. Er war aus dem Ritualraum gekommen, nicht Arlette.

Arlette hatte den Ritualraum nie wieder verlassen.

Und ich war auch nicht im Circle Tower! Gorim… Der Thaig… Das Tor! Wer auch immer vor mir stand, es war nicht Arlette. Und er würde leiden! Flammen und Magie barsten aus meinen Händen und ergossen sich über die schemenhafte Gestalt. Die Wände des Turmes barsten und fielen in eine bodenlose Tiefe. Um mich herum sah ich die milchige Weite des NIchts, und am Horizont… die schwarze Stadt. Die Gestalt vor mir wand sich in Schmerzen, wuchs, hatte plötzlich ledrige Fledermausflügel. Ein Lustdämon! Diese Kreatur hatte Gorim in ihrer Gewalt. Ich beschwor mehr Magie, schleuderte einen Zauber nach dem anderen auf den Dämon. Dieser tat es mir gleich, ud um uns herum knisterte das Nichts vor magischer Energie. Gorim erschien kurz, wie ein Flackern, schlug auf den Dämon ein und verschwand wieder! Ich spürte die Schmerzen des Dämons, seine Wut darüber, dass ein Mensch ihm Widerstand leisten konnte! Ich spürte wie wir beide kurz vor dem Ende unserer Kräfte waren, aber ich lachte grimmig. Der Dämon würde das nicht überleben! Plötzlich spürte ich neben mir eine bekannte Gestalt, Meister Aidan, und sah wie eine Welle magischer Energie den Dämon zu Boden riss. Es verletzte den Dämon nicht, aber es war die letzte Ablenkung die ich bracuhte! Ich zog noch mehr Magie aus dem nichts, wob eine Verbindung zu dem Dämon, und spürte wie ihr letzter Lebensfunke in meine Hände gerissen wurde…

Und plötzlich standen wir wieder vor dem Tor, dass sich langsam öffnete. In dem Raum waren zwei Zwergenstatuen – und zwei Geister. Sie erzählten etwas über Osric’s Amboss, und wie er zerstört werden konnte, aber ich hörte nicht zu. Ich war noch zu erschöpft von meinem Kampf mit dem Dämon.

AN die restlichen Geschehnisse kann ich mich nur noch wie an einen Traum erinnern. Wir gingen durch den anderen Gang, überquerten eine Brücke über einen See voll geschmolzenem Stein, und standen schließlich in einer kreisrunden Kammer. In der Mitte befand sich ein weiterer Lavasee, und darin eine kleine Insel mit dem Amboss. Osric stand dort, geisterhaft, immer schmiedend. Die Wände der Kammer waren überfrachtet mit grünlich schimmernden Waffen, und mehrere Zwergenskelette bewegten sich zielstrebig auf die Waffen zu. Vor uns stand eines davon, eine schimmernde Axt in der Hand, und wir sahen wie langsam frisches Fleisch und Blut auf den Überresten des Toten wuchs.

Aber das war nebensächlich! Gorim verpasste dem Toten eine Axthieb, ich schleuderte ihn mit einer magischen Lanze aus dem Weg, und Andrastian hielt ihn mit seinem Schild zurück. Wir rannten über eine schmale Brücke auf die kleine Insel. Ulla lenkte Osric ab, während Gorim die kleine Zwergenstatue auf den Amboß stellte und mit einem mächtigen Hieb zerstörte. Osric’s Fesseln waren gesprengt, aber der Amboß stand noch. Andrastian hielt die Brücke gegen die anstürmenden Zwergenleichen, während ich sie mit magischen Lanzen in die Lava schleuderte!

Aus dem Augenwinkel sah ich noch, wie Meister AIden ein halbgeschmiedetes Schwert aufnahm, und es mit all seinem Zorn in den Amboss trieb! Das Zwergenskelett vor Andrastian erstarrte kurz, schien den Kopf schief zu legen, und fiel in sich zusammen. Hinter mir zerbrach der Amboss, und kippte von seinem Podest. Eine Sekunde lang atmeten wir erleichtert auf, bis wir ein Zittern unter unseren Füßen spürten. Etwas Staub rieselte auf meine Schulter. Ich hob den Blick, und sah das in der Decke Risse entstanden. Die Kammer, nein, der ganze Thaig, war am zusammenbrechen!

Wir liefen aus der Schmiede, packten die Kinder aus der Mine, und rannten als wären Dämonenhorden hinter uns her aus dem Thaig… der hinter uns in den Tiefen der Erde versank.

Und mit ihm die letzten jener Räuber, welche die Kinder entführt hatten.

View
Der Fluch von Orics Thaig

Der Kampf war vorüber, doch blieb keine Zeit, um zu ruhen. Ich schaute mich in der Halle der Erinnerungen um und es gelang mir, mit Gorims Hilfe, die runenbeschriebenen Steintafeln zu entziffern und ein weng über den Ort in Erfahrung zu bringen, an dem wir uns befanden: es war “Orics Thaig”, benannt nach seinem Gründer, Oric Silverhammer, einem berühmten Schmied seines Volkes. Die Geschichte von Oric ist nicht allzu bekannt, doch ich kann sie durch Fragmente in der Halle ein wenig rekonstruieren. Er erlag den Verletzungen durch die dunkle Brut und seine Frau sowie seine Söhne verschwanden nach seinem Tod in den tiefen Wegen, um ihn zu retten. Nach Jahren in den Tiefen kamen sie zurück, mit einer Möglichkeit, ihn wiederzuholen.
Es fällt uns nicht schwer, zu erraten, welche Möglichkeiten dies waren, stehen wir doch in einem Haufen aus zertrümmerten Knochen – übelste Nekromantie, von Stümpern ausgeführt und vollkommen außer Kontrolle geraten durch die Unmenge Lyrium, die dieses Gestein durchdrungen hat. Danach untersuche ich die kleine Statue, die der Elf bei sich hatte, als er starb. Es handelt sich um ein Stück meisterlicher Handwerkskunst. Sie besteht aus Messing und Lyrium und ihr wohnt ein mächtiger Zauber inne, den ich nicht näher einordnen kann, ich bin mir zu meinem Schrecken jedoch sicher, dass es sich um den Zauber eines geschulten Magiers handelt, also Circle Magie! Das Lyrium irritiert mich weiter, leuchtet es doch grün und nicht blau, wie ich es von diesem magischen Katalysator kenne.

Während ich in meine Forschungen versunken bin, hat Andrastian die beiden Gefangenen verhört. Sie bauen hier Lyrium ab und benutzen dafür entführte Kinder. Das Lyrium wurde nach Lothering geschafft, wo sie einen alten Mann trafen, dem sie es übergaben. Sie verraten uns sogar, wo sie das Gold aus diesen üblen Geschäften versteckt haben.

Danach beschließen wir, zu den Minen zu gehen, um die lebenden Kinder zu retten, bzw. das, was von ihnen noch zu retten ist. Bevor wir zum Aufzug in die Minen kommen, gelangen wir an ein großes Haus, offensichtlich der ehemalige Herrschaftssitz des Paragons, steht doch vor dem Haus eine steinerne Statue von Silverhammer. Wir gehen hinein und Gorim hört sogleich merkwürdige Stimmen, die immerzu das Wort “Amboss” auf Zwergisch wiederholen. Er führt uns zur alten Schmiede des Paragons und der Raum ist unversehrt, in der Mitte steht ein großer Amboss, über dem ein weißes Leuchten zu sehen ist, das einem Übergang ins Fate gleicht, aus diesem Leuchten ertönen auch die Stimmen.
Maynard stellt die Statue auf den Amboss und das Leuchten wird intensiver und formt die Umrisse eines alten Zwergs und eines Menschen, der die Gewänder eines Tranquil trägt. Sie teilen Gorim mit, vom Amboss gefangen zu sein und bitten ihn, sie zu befreien, indem wir den neuen Meister des Amboss, Paragon Oric, davon abhalten, auf ihm zu schmieden. Er schmiedet seit Jahren damit und hat so in der Statue die Seelen seiner ehemaligen Gefolgsleute gefangen, so dass sie nicht ins Fate eingehen können. Beim Zwerg handelt es sich um Naric, der Tranquil nennt sich Sander. Sander hat wohl die Zauber gewirkt, die den Amboss zu einem Werkzeug machten, mit dem man Magie erschaffen kann.
Die Frau von Oric, Bori, hat ihn in ihrem Wahn damals entwendet und die Statue damit hergestellt, um ihren Mann wiederzubeleben, sie warnen uns, da Oric in der Lage ist, einen schwachen Geist mit einem Wort gefangen zu nehmen.
Danach entdecken wir in einem versperrten Raum noch einen steinernen Thron, auf dem das Skelett einer Zwergenfrau sitzt, voll gerüstet und verziert mit königlichem Schmuck. Vor ihr einen Schrifttafel, auf der die kryptischen Worte stehen: “Die Tore sind versiegelt, keiner kann hinaus. Ich hoffe, meine Söhne vergeben mir.”

Es gibt nur einen Weg, um diesen Fluch zu beenden. Hinunter unter den Lavastrom und hinein in die Lyriumminen, hinein ins Ungewisse, hinein in die Gefahr, hinein in die Dunkelheit, hin zum Licht!

View
Erkenntnisse eines Apostaten - 4. Buch, Kap. I

Endlich konnten wir dem Süden Fereldens den Rücken kehren. Die Krankheit war besiegt, die Chasind eingeschüchtert und die Bauern waren uns zutiefst dankbar.

So dankbar, dass sie uns einige alte Gäule überließen. Und Meister Aidan konnte auch einen Brief des lokalen Friedenshüters sein eigen nennen, der ihm vielleicht den Zutritt zum König in Denerim gewähren würde.

Wir ritten also nach Norden, zurück Richtung Lothering, als uns, einen knappen Tagesritt entfernt, eine alte Vettel vor die Hufe lief und im Fieberwahn von ihrem verschwundenen Sohn schwafelte. Natürlich sprangen meine Gefährten sofort ab um der Alten zu helfen. Im Wald fanden wir einen Zugang in den Untergrund, und kurz darauf den Eingang zu einem alten, verlassenen Thaig.

Um es kurz zu machen trafen wir in dem Thaig auf einige Schurken, die Kinder benutzten um Lyrium abzubauen. Im Shaperate stießen wir dann auf einen Elfen, der dabei war irgendein Ritual zu vollenden. Wir schafften es ihn zu unterbrechen, aber das erweckte die skeletierten Zwergenleichen im Thaig. Wir schafften es uns durch die Horden der Untoten zu kämpfen, und enträtselten das Geheimnis des Thaigs. Die Zwerge hier hatten versucht ihren toten Anführer wiederzuerwecken. Dabei war etwas schief gelaufen, und die Seelen der Toten waren an einen magischen Amboss gefesselt. Die einzige Möglichkeit diesen zu helfen war, den Amboss zu vernichten. Dies konnten wir aber nur mit den Waffen bewerkstelligen, welche der Untote in den Tiefen des Thaigs schmiedete.

Wir stiegen also hinab in die Eingeweide der Erde, und konnten im letzten Moment die gefangenen Kinder vor den Klauen der Skelette retten.

View
Erkenntnisse eines Apostaten - 3. Buch, Kap. V

Die Ereignisse um die Feuergeister haben mir einiges zu denken gegeben und mich davon abgehalten das letzte Kapitel in Ruhe zu beenden. Hier kann also lediglich ein schneller Überblick erfolgen.

Wir verließen die Ruine der Feuergeister und machten uns, von Ulla geleitet, auf dem Weg nach Norden. Ich erwähne weder die Chasind die wir niederbrennen mussten, es waren viele, noch den Ritter und sein Gefolge, das sich uns in den Weg stellte um das Schattenmoos zu erlangen, diese waren einige.

Was in meinen Augen, und in denen von Meister Aidan jedoch wichtig ist, sind die seltsamen, deformierten Kreaturen die uns auf unserer Reise begegnet sind. Die letzte davon, eine verdorbene Eule mit einem tentakelbewehrten Schnabel, war für Meister Aidan der letzte Beweis den er für seine Theorie benötigte: Eine Blight drohte Ferelden. Ich denke, dass ist vielleicht etwas überzogen. es hat schon seit Jahrhunderten keine blight mehr gegeben, und es wären bestimmt schon einige Graue Wächter erschienen um die Ereignisse zu untersuchen.

Jedenfalls erreichten wir kurz vor Sonnenuntergang Sothmere. Dort gab es mehr Ärger, Andrastian schlug den lokalen Ser nieder, Gorim belästigte das Dorf, und Meister Aidan versuchte zu schlichten. Am Ende konnte die Kräuterhexe das Gegenmittel brauen und der Tag war gerettet.

View

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.